Grundlagen der Fotografie.


Verfasst von Uwe Rieb   www.riebfotostudio.de ( Studiofotograf aus Dortmund und Outdoor, spezialisiert auf Familienfotograf, Kinderfotograf, Hochzeitsfotografie, Sportfotograf und Bewerbugsfotos )

 

Was bedeuten ISO, Blende und Verschlusszeit und wie gehe ich damit um?

Wie benutze ich richtig manuelles Programm?

Meine Bilder sind zu dunkel oder zu hell, was mache ich falsch?

Diese und ähnliche Fragen werden Sie am Anfang beschäftigen. Hier versuche ich die Grundlagen der Fotografie zu erklären.

Um ein Bild richtig zu belichten, spielen hauptsächlich drei Faktoren wichtige Rolle:

  1. ISO-Wert   (auf dem Bild 800 eingestellt)

  2. Blende (auf dem Bild 2,8 eingestellt) und

  3. Verschlusszeit (auf dem Bild 160 eingestellt, bedeutet 1/160 Sek.)

Für die, die davon keine Ahnung haben, versuche ich es so einfach wie möglich zu erklären.

 

 

---   ISO    ist  die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Die Lichtempfindlichkeit war früher bekannt unter dem Begriff Filmempfindlichkeit und stand auf der Verpackungsschachtel. Nachteil war, man bräuchte verschiedene Filme für unterschiedliche Lichtverhältnisse. Bei digitaler Fotografie ist es heute zum Glück anders. Man kann ISO-Wert einfach einstellen und fertig. Je höher die ISO-Empfindlichkeit eingestellt ist, desto weniger Licht wird für eine zufriedenstellende Aufnahme benötigt. So weit so gut. Das Problem ist dabei, dass hohe ISO-Werte im Bild Rauschen verursachen. Deswegen ist zu empfehlen ISO-Wert so klein wie möglich zu halten. Bei einer Vollformatkamera kann man ISO schon bis 6000 einstellen, ohne dass Rauschen auf dem Foto sehr auffallen würde. Bei einer kleinen Kompaktkamera sieht man Rauschen schon beim Wert 400.

Wenn Sie ISO-Wert verdoppeln, steigt logischerweise die Lichtempfindlichkeit um Faktor 2.

Z.B. von 100 auf 200, von 200 auf 400 oder 800 auf 1600 usw.

 

---   Die Blende    ist ein Wert, der beschreibt wie weit die Objektiv-Lamellen geöffnet sind und wie viel Licht auf den Sensor durchgelassen wird. Das Schwierige dabei ist, je größer der Wert, desto kleiner ist die Öffnung. Die zweite Schwierigkeit ist, dass es keine gerade Zahlen sind. Das kommt von der komplizierten Flächenberechnung des Kreises, da das Objektiv runde Form hat. Die Blendenreihe empfiehlt sich auswendig zu lernen:

 

Volle Blenden:

 

 

f/  0,5  -  0,7  -  1  -  1,4  -  2  -  2,8  -  4  -  5,6  -  8  -  11  -  16  -  22  -  32  -  45

 

Es gibt auch Zwischenschritte, aber wenn Sie am Anfang die merken, reicht es aus.

 

Zum Verständnis: wenn Sie eine Blendenstufe höher stellen z.B. von 1,4 auf 2 oder von 8 auf 11, dann wird die durchgelassene Lichtmenge halbiert. Andersrum ist genau so, wenn Sie von der Blende 4 auf 2,8 gehen, wird der Sensor mit genau doppel so viel Licht belichtet.

 

Quelle:  Blende / Verschlusszeit | Silvan Reiser

 

 

--- Die Verschlusszeit (Belichtungszeit)   beschreibt einfach wie lange die eingestellte Blende offen bleibt und Sensor belichtet wird. Dabei soll man beachten, dass wenn da 60, 125, oder 500 steht das heißt 1/60, 1/125 oder 1/500 Sekunde. Man kann auch 1 Sekunde oder länger als eine Sekunde belichten, dann steht da 1“ bedeutet 1 Sekunde.

1/8000 - 1/4000 - 1/2000 - 1/1000 - 1/500 - 1/250 - 1/125 - 1/60 - 1/30 - 1/15 - 1/8 - 1/4 - 1/2 - 1" - 2" - 4" - 8" - 15" - 30" (Zwischenwerte sind möglich)

Dabei ist eigentlich logisch, wenn man lange belichtet dann entsteht die Bewegungsunschärfe. Also bei Sportaufnahmen wichtig ist die Verschlusszeit kürzer zu halten. Es sei den, die Bewegungsunschärfe im Bild erwünscht ist. Das ist ein schöner Effekt z.B. wenn Gesicht scharf ist und die Hände des Sportlers zeigen, dass er sich bewegt.

Oder beim Wasserfall das Wasser zeigt die Bewegung und alles andere scharf abgebildet ist.

 

Jetzt wo wir schon wissen was Blende, ISO und Verschlusszeit sind, kommen wir zum Wesentlichen.

Wenn man zu lange belichtet, ISO zu hoch eingestellt ist oder Blende zu offen ist  das alles führt logischer Weise zur Überbelichtung des Bildes.

Andersrum wird das Bild zu dunkel. Also müssen die Werte auf einander abgestimmt sein.

Wenn man erstmal überhaupt keine Ahnung hat, empfehle ich auf die Vollautomatik zu gehen und Werte im Sucher oder auf dem Display ablesen, wenn man den Auslöser halbdurchdrückt.

Diese Werte stellen Sie in manuellem Modus ein. Jetzt machen Sie ein Foto. Schauen Sie das Foto an und korrigieren Sie mit dem Wert was am wenigsten wichtig für das Motiv ist. Wenn Sie bei gut belichtetem Bild angekommen sind, dann haben Sie die Kameraeinstellungen auf gerade Sie umgebende Lichtverhältnisse angepasst. Jetzt können Sie überlegen, was Sie bei nächstem Foto brauchen:


Kürze Belichtung -> bei schnellen Bewegungen, wie Sportaufnahmen.

Lange Belichtungszeit ist z.B. bei Nachtaufnahmen notwendig.

Offene Blende -> wenn Sie den Hintergrund unscharf haben wollen usw.

 

Praktisches Beispiel: Bei ISO 200, f5,6 (Blende), 1/100 Sek wirkt das Bild einwenig zu dunkel. Ändern Sie ISO auf 400 und machen Sie wieder ein Foto. Jetzt ist das Foto gut belichtet, aber die Bewegungsunschärfe sieht man. Das Bild ist einfach unscharf.

Dann überlegen Sie was dabei wichtig wäre?... Richtig!!! die Verschlusszeit kürzer. Wir stellen 1/200 Sek.

 

Jetzt haben wir ISO 400, f5,6 und 1/200 Sek.

Wenn wir jetzt ein Foto machen wird es unterbelichtet (zu dunkel). Da wir die Verschlusszeit um die Hälfte verkürzt haben. Also müssen wir entweder die Blende weiter öffnen (auf f4) oder ISO verdoppeln (auf 800).

Also stellen wir ISO 400, f4 und 1/200 Sek

Wenn wir jetzt das Foto machen, wird das Bild richtig belichtet und die Bewegungsunschärfe ist weg. 

 

Das Ergebniss:          das Bild ist knackig scharf und gut belichtet.

 

Übung macht den Meister. Also üben, üben und noch mal üben.

Mit der Zeit gewönnen Sie sich daran und werden immer schneller, genauer und kreativer. So können Sie Ihr Bild/ Foto gestallten wie Sie es wünschen und sich nicht auf die Kamera verlassen.

Sie werden mit sehr schönen Fotos belohnt.

 

Bitte bedenken Sie dabei, dass auch andere Einstellungen und Faktoren dabei eine Rolle spielen, wie z.B. Brennweite, Abstand, Umgebung(Messmethode) usw.,  aber alles sofort zu erklären wäre zu viel.


Lesen Sie auch meine andere Themen im Blog, wie z.B. „Wie mache ich richtig scharfe Fotos?

 

 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren.

 

 

Dieser Text wird noch bearbeitet und erweitert. Ich warte auf Ihre Fragen und Kommentaren und versuche zeitnah hier im Blog ihre Fragen zu beantworten. 

 

 

Erfasst von Uwe Rieb, am 16.09.2012 (Copyright)



 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Florian Werner (Mittwoch, 19 September 2012 09:14)

    Ich habe es schon im Handbuch mal gelesen, aber richtig verstanden habe ich es nie. Jetzt ist mir einwenig klarer geworden, besonders mit der Blende. Tolle Bilder.

  • #2

    Stefan T. (Dienstag, 20 September 2016 21:25)

    Sehr guter Beitrag. Danke für ausführliche und verständliche Beschreibung.

Bitte empfehlen Sie uns weiter:

aktualisiert am 15.09.2016