Meine Fotos sind unscharf, was soll ich tun?

Autor  Uwe Rieb   www.riebfotostudio.de ( Fotostudio in Dortmund. Es lohnt sich vorbeizuschauen. Wir fotografieren im Studio und Outdoor. Da wir zwei Fotografen sind, decken wir breiten Spektrum Peoplefotografie, Bewerbungsfotografie, Hochzeitsfotografie, Eventfootgrafie, Portraitfotografie, Familienfotografie, Kinderfotografie, Sportfotografie usw. Besuchen Sie und und überzeugen Sie sich wie wir uns in 3 Jahren entwickelt haben. Wir bieten auch Workshops in Bereichen Studiofotografie, Lochtechniken und Photoshop (Bearbeitung und Optimierung von Bildern)

Oder:

Wie fotografiere ich richtig scharfe Gruppenfotos?

Warum sind meine Fotos unscharf und was mache ich falsch?

Wie fotografiere ich bei Kunstlicht oder schlechten Lichtverhältnissen?

 

Diese Fragen werden mir immer wieder gestellt. Hier habe ich versucht ein paar Tipps zusammenzustellen. Und schon mal vorab, wenn man die Kamera alles automatisch machen lässt … werden die Fotos selten schön und nie genau so wie man sich es vorstellt. Es wird fotografiert wie die Kamera es vorgibt und das ist selten kreativ... ;-)      Deswegen habt keine Angst und versucht Manuelles und Halbautomatik-Programme aus. Ihr könnt die Fotos gestalten wie ihr wollt. Übung macht den Meister. 

 

 

Die häufigste Ursache von unscharfen Fotos ist wenn man die Kamera selbst beim Auslösen verwackelt. Die so genannte Vewacklungen kann man auf den Fotos nicht einfach so erkennen. Diese nimmt man als Unschärfe wahr.

  • Also immer wenn es geht, benutzen Sie einen Stativ. Am besten klappt es bei Architektur- oder Landschaftsfotografie, weil diese Motive sich nicht bewegen. Da ein richtiger Stativ unbeweglich und unbequem ist, schauen Sie nach einem Einbeinstativ (wirklich gute Alternative).

  • Beim Auslösen erst halb durchdrücken, abwarten bis die Kamera richtig fokussiert und dann fotografieren.

  • Beim Auslösen, ausatmen und versuchen Sie nicht zu verkrampfen. Zittern wird weniger.

  • Sich abstützen oder Hände nah am Körper halten.

  • Fern- oder Zeitauslöser benutzen, besonders auf dem Stativ.

  • Wenn man aus der Hand fotografiert,  soll man die Verschlusszeit höher (kürzer) stellen.

    Je kürzer (höher) ist die Verschlusszeit, desto weniger Bewegungs- und Verwacklungsunschärfe. Besonders bei der Sportfotografie ist die kurze Verschlusszeit wichtig, um die Bewegungsunschärfe zu vermeiden.

  • Die Verschlusszeit soll immer höher als die Brennweite eingestellt sein.

    Die Formel lautet: 1/Brennweite= Verschlusszeiten ( 1/200 mm = 1/200 Sek )

    Erklärung: wenn Sie z.B. mit 55mm Brennweite fotografieren, dann soll die Verschlusszeit mindestens 1/55 Sek eingestellt sein, bei 200mm 1/200 Sek usw.

  • Beim Kauf eines Objektives darauf achten, dass es Bildstabilisator hat. Das kann besonders bei Anfängern Wunder wirken. Wenn Sie aber auf dem Stativ fotografieren mit Fernauslöser und eine Verwacklung ausgeschlossen ist, dann empfehle ich es abzuschalten.

 

 

Zweite häufige Ursache ist die schlechte oder falsche Fokussierung.

 

Dazu kann zu langsamer Motor im Objektiv führen oder wenn die Umgebung zu dunkel ist, dann funktioniert Autofokus nicht oder die Kamera greift mal daneben. Oder kontrastreiche Details sind in der Nähe des Motivs usw.

 

Also:

 

  • Manuel fokussieren. Das kann man am besten auf einem Stativ im Live-View-Bildschirm. 2 mal Zoom Taste drücken und in 10 facher Vergrößerung genau fokussieren. Diese Methode ist viel genauer, als Autofokus und man wird mit perfekt scharfen Fotos belohnt.

  • Die Umgebung soll hell genug sein oder nutzen Sie Fokus-Hilfslicht von einem externen Blitz. Dabei kann man den Blitz selbst ausschalten wenn nicht erwünscht ist, wie z.B. bei Kerzenlicht usw.

  • Immer Kreuzsensoren vom Autofokus benutzen. Leider ist bei den meisten Kameras nur ein Kreuzsensor in der Mitte vorhanden. Dieser ist besonders empfindlich. Also anvisieren und dann Bildausschnitt wählen. Dabei ist zu beachten, dass Abstand zur Kamera bis zur fokussierter Stelle sich nicht verändert. In diesem Fall ist dieser Abstand relativ. Wenn Sie sich z.B. 0,5 m vom Motiv befinden, da zählt jeder cm. Wenn Sie sich 15 m vom Objekt befinden, dann kommt es auf 1 cm nicht mehr an.

  • Oneshot-Modus verwenden. Oneshot-Modus ist geeignet für nicht bewegende und langsam bewegende Motive.

  • Nach dem Fotografieren vergrößern Sie auf dem Display das Foto und prüfen Sie die Schärfe.

  • Mehrere Fotos mit kleinen Einstellungsänderungen machen, wie z.B. mit manueller Fokus-Nachjustierung in beide Richtungen. Ein Foto davon wird gut und mehrere Aufnahmen kosten nichts.

  • Die Kamera fokussiert besser und genauer kontrastreiche Motiven, die sich vom Rest des Bildes hervorheben.

 

 

Die nächste Ursache ist die Blendeeinstellung. (Schauen Sie Grundlagen der Fotografie

 

  • Also je kleiner die Blendeneinstellung gewählt ist desto offener ist die. Dabei ist kleinere Fläche scharf. Das ist sehr oft erwünscht bei z.B. Portrait-Fotographie. Dabei ist z.B. nur Gesicht scharf und alles andere ist unscharf, so genannter Bokeheffekt (Unschärfe im Hintergrund).

    Also wenn man eine Landschaft oder mehrere Personen fotografiert, soll man die Blende zwischen 8 und 16 wählen. Dann ist das ganze Bild scharf. Dieses hängt natürlich von Brennweite, Abstand und dem Objektiv ab. Aber auf jede Situation einzugehen, wird hier den Rahmen sprengen.

  • Zusätzlich spielt die Entfernung zum Motiv eine große Rolle, je weiter der Fotograf sich vom Motiv entfernt, desto größer wird Schärferadius (Fläche). Z.B. man fotografiert in 40cm Abstand eine Blume (Makrofoto) mit Blende 5,6, dann werden andere Blumen 20cm hinter unserer Blume schon unscharf. Entfernt man sich auf 2 Meter von der Blume und fotografiert mit gleichen Einstellungen, werden die Details 20cm hinter der Blume scharf abgebildet.

  • Immer die Extremwerte bei Blende und Brennweite vermeiden. Also nutze nicht die Endbereiche von den Blende und Brennweite (Zoom). Bei Extremwerten sinkt die Qualität ab. Informiere dich im Internet in welchen Bereichen ihr Objektiv am stärksten ist.

 

Allgemein:

 

  • Je kleiner ISO-Wert eingestellt ist, desto weniger Rauschen im Bild vorkommt.

  • Benutze Lichtstarke Objektive. Dabei kann man kleinere ISO-Werte einstellen und kürzere Verschlusszeiten wählen.

  • Am besten sind Objektive mit Festbrennweite für scharfe Fotos geeignet. Die sind einfach aufgebaut, leicht und meistens Lichtstark. Nachteil ist natürlich, dass man nicht so flexibel ist (kein Zoom möglich). Also um zu zoomen müssen Sie näher kommen (Zweibeinstativ ;-))

  • Immer die Gegenlichtblende verwenden, die auch gleichzeitig als Schutz für die Linse vorne dient.

  • Wenn die Kamera es erlaubt, immer im RAW-Format aufnehmen. Nimmt zwar mehr Platz, aber hinterher kann man viele Details raus holen. Wenn die Kamera in Jpg-Format sofort abspeichert, gehen viele Details verloren. Die Speicherkarten kosten nicht mehr viel.

  • Jedes Abspeichern von Jpg-Datei führt zu Qualitätsverlust, also besser in PNG- oder TIF-Format zwischenspeichern.

  • Blitz benutzen oder für helles Licht sorgen. Dann arbeitet Autofokus besser und man kann die Verschlusszeit kürzer stellen und ISO-Werte runter setzen.

  • Was ganz wichtig ist, immer im Augenbereich fokussieren. Das Bild wirkt unscharf, wenn die Augen weniger scharf sind als Rest. Man schaut automatisch erst auf die Augen. Es gibt Ausnahmen, wo es vom Fotograf gewünscht ist.

    Kleiner Tipp: Wenn Sie was hervorheben wollen, nutzen Sie die Unschärfe vom z.B. Hintergrund, weitere Menschen usw. Dann wirkt ihr Hauptmotiv richtig scharf.

     

  • Für Super scharfe Fotos ist nicht nur die Kamera wichtig, sondern auch Objektive, die teilweise viel mehr als die Kamera selbst kosten. Schaut mal was gutes L Objektiv von Canon kostet. Ich schreibe es nur, weil super geile Kamera nichts bringt, wenn Sie ein billiges/ schlechtes Objektiv verwenden. Genauso wenn Sie super geile Kamera und super geiles Objektiv haben und ein UV-Filter von Hama oder Tamron für 10,-€ verwenden.... ;-o

     

  

 

Dieser Text wird noch bearbeitet und erweitert. Ich warte auf Ihre Fragen oder Kommentaren.

Ich versuche zeitnah hier im Blog ihre Fragen zu beantworten.  

 

  

 

Erfasst von Uwe Rieb, am 11.09.2012 (Copyright)

 

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Kommentare: 11
  • #1

    Ralf Schimdt (Dienstag, 11 September 2012 18:18)

    Danke für nützliche Tipps, sehr gut beschrieben. Eure Seite finde ich richtig gut.

  • #2

    Alex Grischkow (Mittwoch, 12 September 2012 11:54)

    Und wieder was gelernt. Danke!

  • #3

    Lisa M. (Montag, 17 September 2012 12:39)

    Wow cool. Ich musste wirklich mehrmals durchlesen, um alle Tipps zu behalten. Aber was Neues mitgenommen. Danke

  • #4

    licht-echt photography (Mittwoch, 03 Oktober 2012 16:36)

    Echt super Tipps, die jedem helfen. Werde diesen Blog jetzt öfter lesen.
    Danke!

  • #5

    M.Landgraf (Freitag, 05 April 2013 22:20)

    Hab die Seite heute erst gefunden, und einiges Ausprobiert. Du kannst mich tot schlagen, aber meine Bilder sind alle unscharf. Nikon D 5100 Objektiv Sigma 17-70 mm f 2.8-4. Ich verzweifel schon. Wat mach ick denn falsch. Brauche noch´n Tipp.

    Danke Michael

  • #6

    rieb-foto (Samstag, 06 April 2013 01:30)

    Es kann sehr viele Ursachen haben, dass deine Fotos alle unscharf sind. Erstens kann es bei dir liegen, dass du was nicht richtig machst oder zweitens es kommt schon mal vor, dass die Kamera kaputt sei oder du einen so genannten „Montagsobjektiv“ erwischt hast.
    Mein Vorschlag ist:
    stell die Kamera auf einen Stativ oder irgendwo, dass die fest steht (z.B. auf einen Bohnensack oder Stuhl). Stell das Programm auf Automatik und ca. 4 m weiter ein Kontrastreiches Motiv, damit Autofokus keine Probleme hat zu fokussieren. Damit keine sogenannte Verwacklungen entstehen mach per10 Sek. versetzten Auslöser oder Fernauslöser dein Foto. Ich rate dir es mehrmals zu wiederholen mit verschiedenen Motiven, am besten draußen oder wo genug Licht vorhanden ist. Wenn die Fotos immer noch wirklich alle unscharf sind, dann stimmt was mit deinem Objektiv oder Kamera nicht. Lass es von einem Profi prüfen. Ich habe zwar deine Kamera noch nie in der Hand gehabt, aber gerade die Bilder davon angeschaut. Denk daran je geschlossener die Blende ist desto mehr Tiefenschärfe du hast. Das heißt wenn du Blende 2,8 einstellst und ein Objekt oder Model ein Meter weiter fotografierst, dann ist dein Schärfebereich nur wenige cm weit ist. Also wenn du in einem Manuellem Modus fotografierst, stell die Blende ruhig auf 8 bis 11. Wenn du nicht weiß, wie man die Blende in einer manuellen Programm einstellt, dann probiere am besten mit Landschaftsautomatik. Da stellt die Kamera die Blende am weitesten zu, damit ist die Tiefenschärfe am größten von allen Automatik Programmen. Es würde mich sehr freuen, wenn es dir weiter geholfen hat. Wenn du trotzdem nicht weiter kommst, dann beschreibe bitte ein wenig genauer wie du fotografierst: mit welchen Einstellungen, freihand oder auf einem Stativ, wie weit dein Model sich befindet, ob dein Objektiv einen Bildstabilisator hat usw. Ich wünsche dir gutes Licht... ;-)

  • #7

    Martin (Freitag, 11 Oktober 2013 10:30)

    Super Beitrag! Ich stimme hier voll und ganz zu......hatte eine zeitlang selber das Problem das ich immer alles unscharf fotografiert hab. Glaubt mir da bekommste teilweise richtige Anfälle. Aber das ging auch schnell wieder vorbei und war auch noch in meiner Anfangsphase. Oftmals kommt es sehr stark auf die Kamera an, zumindest auf den Autofokus. Was meiner Kamera noch einige Schwierigkeiten gemacht hat, waren dann natürlich auch wenn das Objektiv verunreinigt ist. Ebenso solltest du deine Belichtungszeit, Blendengröße so anpassen das du noch schnell genug im stehen knipsen kannst. Bei allem anderen empfiehlt sich dann natürlich ein Stativ oder ein Blitz und störende Verwacklungen zu vermeiden. Aber will jetzt auch nicht zuweit ausschweifen weil es ja schon vorher sehr gut beschrieben/erklärt wurde. ;)

    Fotografierst du eigentlich schon lange? Wenn nein, wie wäre es denn vielleicht mal mit einem Neulings-kurs?

    Hier wird zum Beispiel einer angeboten:
    http://www.myheimat.de/leipheim/freizeit/grundlagenkurs-digitale-fotografie-fuer-jugendliche-und-erwachsene-d2553200.html

    Mfg Martin

  • #8

    Ralf (Samstag, 02 Mai 2015 21:56)

    Sehr sehr gut! Vielen lieben Dank!

  • #9

    Elke (Dienstag, 29 September 2015 08:09)

    Danke für die super Tipps :)

  • #10

    Irina Rieb (Samstag, 17 September 2016 10:50)

    Danke euch Lieben für nette Wörter. Ich habe natürlich mich weiterentwickelt. Wir haben jetzt ein eigenes Fotostudio in Dortmund Sölde, das wir auch an Profifotografen und Hobbyfotografen weitervermieten. Besuchen Sie uns auf unserer Homepage www.riebfotostudio.de.

    was wir bieten auch günstig Workshops.

    bei Interesse einfach schreiben.

    Ich würde mich freuen.

  • #11

    Michael Schlich (Dienstag, 20 September 2016 21:22)

    Ich habe gerade die Homepage www.riebfotostudio.de mir angeschaut, was für ein Vorschritt Wahnsinn. Geben Sie auch Workshops? Sehr gute Bilder und einfach geniale Bearbeitung, gefällt mir sehr.

Bitte empfehlen Sie uns weiter:

aktualisiert am 15.09.2016